Principia autem dicendi semper cum accurata et acuta et instructa sententiis, apta verbis, tum vero causarum propria esse debent; prima est enim quasi cognitio et commendatio orationis in principio, quaeque continuo eum, qui audit, permulcere atque allicere debet; in quo admirari soleo non equidem istos, qui nullam huic rei operam dederunt, sed hominem in primis disertum atque eruditum, philippum, qui ita solet surgere ad dicendum, ut quod primum verbum habiturus sit, nesciat; et ait idem, cum bracchium concalfecerit, tum se solere pugnare; neque attendit eos ipsos, unde hoc simile ducat, primas illas hastas ita iactare leniter, ut et venustati vel maxime serviant et reliquis viribus suis consulant.
von justus.834 am 03.10.2015
Die Grundsätze des Sprechens sollten stets nicht nur präzise und scharfsinnig und mit Gedanken ausgestattet, mit Worten versehen, sondern wahrhaft angemessen für die jeweiligen Umstände sein; denn der erste Teil ist gleichsam eine Erkenntnis und Empfehlung der Rede zu Beginn, und er sollte unmittelbar denjenigen, der zuhört, besänftigen und anlocken; wobei ich nicht etwa diejenigen bewundere, die sich dieser Sache nicht gewidmet haben, sondern besonders einen Mann wie Philippus, der als sehr beredt und gelehrt gilt, der gewöhnlich so zum Sprechen aufsteht, dass er nicht einmal weiß, welches sein erstes Wort sein wird; und derselbe Mann sagt, erst wenn er seinen Arm erwärmt hat, sei er bereit zu kämpfen; und er bemerkt nicht, dass selbst jene, von denen er diesen Vergleich zieht, ihre ersten Speere so behutsam werfen, dass sie sowohl der Anmut bestmöglich dienen als auch ihre verbleibende Kraft bewahren.
von matteo.9854 am 27.05.2021
Die Prinzipien des öffentlichen Redens müssen stets nicht nur präzise, scharf und gedanklich gut strukturiert sowie in der Wortwahl angemessen sein, sondern auch speziell auf den jeweiligen Fall zugeschnitten. Schließlich dient die Einleitung als erster Eindruck und Empfehlung der Rede und sollte den Zuhörer sofort verzaubern und fesseln. An diesem Punkt bin ich meist weniger erstaunt über diejenigen, die sich keine Mühe gegeben haben, sondern über Philipp, einen ansonsten sehr eloquenten und gebildeten Mann, der typischerweise aufsteht, um zu sprechen, ohne zu wissen, welches sein erstes Wort sein wird. Er sagt sogar, dass er erst zu kämpfen beginnt, nachdem er seinen Arm aufgewärmt hat. Dabei bemerkt er nicht, dass gerade die Athleten, mit denen er sich vergleicht, ihre ersten Speere sanft werfen, um sowohl die perfekte Form zu wahren als auch ihre Kraft für spätere Würfe zu schonen.